Sonstiges

Gefühle und Bedürfnisse verstehen! Versetzen Sie sich in die Gefühlswelt Ihrer Angehörigen.

Kennen Sie das Gedicht der Panther von Rainer Maria Rilke?

Der Panther

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke

Anhand dieses Gedichtes möchte ich versuchen, Ihnen nahezubringen, wie ein an Demenz erkrankter Mensch sich fühlt.

In diesem Gedicht geht es um einfühlsame Beobachtungen eines Panthers. Obwohl in der Beschreibung des Tieres keine Gefühle konkret benannt werden, sind sie erkennbar und lassen sich gut nachempfinden. Ohne viel Mühe können wir uns in das Tier hineinversetzen, erkennen, erspüren. Wir fühlen die Qual, die Demütigung der Gefangenschaft, die Hoffnungslosigkeit, die Isolation und die Machtlosigkeit.

Übertragen wir das Gedicht auf einen Demenzkranken. Ein Mensch, der bislang kraftvoll, geistig und körperlich in einer sehr guten Verfassung lebensfroh sein Leben gemeistert hat. Er spürt, wie die Erkrankung immer mehr von seinem Körper Besitz ergreift. Der Geist schwindet mehr und mehr. Man erinnert sich an schöne Erlebnisse, aber auch die Erinnerung schwindet mehr und mehr mit dem Fortschreiten der Erkrankung. Unfähig, sich gegen sie zu wehren, gibt man sich ihr hin. Immer mehr ist man auf die Hilfe von anderen angewiesen. Gefühle wie Traurigkeit, Scham, Hilflosigkeit und Wut werden geweckt. Beim Lesen des Gedichtes wird unsere Wahrnehmung geweckt und wir fühlen all die Gefühle, die gar nicht ausgesprochen werden. Wenn wir unsere Wahrnehmung schärfen, hinsichtlich unseres Demenzkranken und versuchen uns in ihn hineinzuversetzen, fällt uns der Umgang und das Verständnis für den Erkrankten viel leichter. Wie schwer muss es sein, seiner Erinnerungen beraubt zu werden und Gedanken und Gefühle nicht mehr in Worte fassen zu können?

Külkens Hauskrankenpflege GmbH

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